Überlegungen zum „Gratis-Breitband-Internet“ für alle

Die im Gemeinderat beschlossene Installierung eines flächendeckendes „Breitband-Internets“ in Fürstenfeld mittels Funk und nicht mit Kabel lässt einige grundsätzliche Fragen unbeantwortet. Diese sind:

1. Brauchen wir es überhaupt?

Die vier Grafiken, die von der Kleinen Zeitung veröffentlicht wurden, zeigen, dass Fürstenfeld sowohl im Versorgungsgrad als auch hinsichtlich der Geschwindigkeit verglichen z.B. mit Graz sehr gut dasteht. 89% von Fürstenfeld sind mit 30 Mbit/s Downloadrate um 16% besser versorgt als Graz, die durchschnittliche Downloadgeschwindigkeit ist ebenfalls deutlich höher jene in der Landeshauptstadt. Selbstverständlich kann man hinsichtlich Versorgungsgrad und Geschwindigkeit Verbesserung anstreben, doch muss die Stadtgemeinde derzeit sicherlich dringendere Probleme lösen, als dieses. Allein aus finanziellen Gründen ist dieses Vorhaben zu hinterfragen bzw. zu überlegen. 30.000 € pro Jahr in die Infrastruktur (10 Jahre – beginnend mit 2021) und 20.000 € (5 Jahre fix und weitere 5 Jahre geplant – beginnend mit 2021) soll es uns kosten! 

Die Karte „Festnetz Versorgung“ kann unter https://breitbandatlas.at/ abgerufen werden.

2. Werden die Geschwindigkeiten ausreichend sein?

Fachleute, die wir Grünen befragten, sind äußerst skeptisch, dass das geplante Breitband-Angebot mittels Funk vor allem eine ausreichende Upload-Geschwindigkeit erreichen wird, vor allem in jenen Gebieten der Stadtgemeinde (Stadtberge …), die jetzt schon nicht entsprechend versorgt sind. Eine in jeder Hinsicht entsprechende Qualität gäbe es nur durch Internetanbindung durch Glasfaserkabel. Das ist zwar teurer, könnte aber möglicherweise durch Mittel aus der Breitbandmilliarde finanziert werden und wäre vor allem langfristiger und zukunftssicher.

3. Sicherheit

Es ist zu hoffen, dass das geplante Netz mit entsprechender Sicherheit eingerichtet wird. Manche Fachleute stehen auch diesem Aspekt bei Funknetzen kritisch gegenüber.

4. Gesundheitliche Bedenken

Die Sorgen von Fürstenfelderinnen und Fürstenfeldern wegen eventueller gesundheitlicher Belastungen sollten mitbedacht werden.